Leuchttürme, die wahren Paläste der Bretagne

Lust bretonische Seeluft zu schnuppern? Dann folgen Sie uns auf die Route der Leuchttürme, wo Sie davon reichlich bekommen werden. Vom niedlichen zum imposanten Leuchtturm, vom Winzling zum Riesen, die Halbinsel in Westfrankreich wartet auf Sie mit einer frischen Brise Seeluft.

  • Verfasser

    Rédaction OUI.sncf

  • Aktualisiert am

    30/03/2017

  • Zielort

    Guilers

Die Bretagne ist in Frankreich als Region der Leuchttürme bekannt, denn entlang seiner felsigen Steilküste befinden sich die schönsten und typischsten Exemplare des Landes.

Der Leuchtturm mit zwei Gesichtern

Beginnen wir beim Phare de la Croix (Leuchtturm mit dem Kreuz) in der nördlichen Bretagne. Der an der Mündung der Trieux gebaute Turm liegt weniger als eine halbe Stunde nördlich von Guingamp. Man erkennt ihn leicht an seiner auf Ost weiß bemalte Seite. Seine obere Partie wurde am Ende des zweiten Weltkrieges von der Deutschen Wehrmacht zerstört. Er befindet sich in Nachbarschaft zum Leuchtturm von Bodic, mit dem er synchron funktioniert.

Phare de la Croix, Bretagne, France

Der untypischste

Ganz nahe am Phare de la Croix befindet sich der Phare de Bodic, der sich mehr als 48 Meter über den Boden erhebt. Dieser 1947 gebaute Leuchtturm ersetzt einen Vorgänger aus dem 19. Jahrhundert, der während des 2. Weltkrieges zerstört wurde. Er vereint auf erstaunliche Art und Weise zwei Bauweisen: Seine Struktur ähnelt einer zum Abflug bereiten Rakete, gleichzeitig wurden für seinen Bau aber auch klassische Materialien verwendet. Dieser Leuchtturm lohnt den Besuch allein schon wegen des Bruchs mit der traditionellen bretonischen Architektur.

Der am besten gelegenste

Der Phare de Pontusval befindet sich mitten auf einem der schönsten Küstenpfade der nördlichen Bretagne. Zwischen der malerischen Bucht von Brignogan und dem ehemaligen Fischerdorf Ménéham ragt dieser seit 2011 als historisches Baudenkmal erklärte Leuchtturm aus den von Stürmen blankpolierten Felsen. Es überrascht dieses schlichte und doch charmante Bauwerk an dieser sonst eher verlassenen Steinküste zu finden.

Phare de Pontusval, Bretagne, France

Der Star unter den Leuchttürmen

Der unter Denkmalschutz stehende Phare d’Ar-Men ist der bei weitem bekannteste Leuchtturm der ganzen bretonischen Halbinsel. Durch seine isolierte Lage vor der Küste, ist er den harten Brandungswellen des Atlantiks ausgesetzt. Ar-Men – was auf bretonisch Stein bedeutet – steht auf der Insel Île de Sein, am äußersten Ende des Finistère, und ist ein Symbol der Region. Er ist schwer zu erreichen, aber pittoresk wie eine Postkarte. Besonders gut kann man ihn bei einer Bootstour bewundern.

Der beeindruckendste

Fast 70 Meter über das Meer erhebt sich der Phare du Cap Fréhel, der für Sicherheit der Bucht von Saint-Brieuc zuständig ist. 2011 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Er steht Besuchern von April bis November offen und bietet an Schönwettertagen eine grandiose Aussicht über das Kap. Erklimmt man seine Stufen, wähnt man sich am Ende der Welt, so steil ragen die umliegenden Felsen ins Meer.

Phare de Fréhel, Bretagne, France

Der geschichtsträchtigste

Direkt neben den Ruinen einer benediktinischen Abtei gelegen, hat der Phare Saint Mathieu eine wirklich einzigartige Kulisse. Der Turm dieses nahe Plougonvelin gelegenen Leuchtturms entstand 1835. Das Gesamtbild wirkt historisch bedeutsam vor dem Hintergrund dieses einsamen Stück Lands mitten im Finistère. Funfact: dieser Leuchtturm bildet in der französischen Sendung Thalassa, in der sich alles um das Meer dreht, als Hintergrundbild.

Phare de Plougonvelin, Bretagne, France

Der höchste

Der Phare de l’île vierge ist mit seinen 82,5 Metern der höchste Leuchtturm Europas und der weltgrößte Leuchtturm aus Bruchstein. Machen Sie sich also auf einen sportlichen Aufstieg gefasst. In der Tat kommt man bei den 365 Stufen ordentlich ins Schwitzen, doch der Blick von oben lässt einen die Anstrengung schnell wieder vergessen. Nur bei maximaler Ebbe kann die Ile vierge zu Fuß besucht werden, und auch hier besteht die Gefahr nasse Füße zu bekommen. Ansonsten werden Bootstouren angeboten.

Phare de l'ile vierge, Bretagne, France

Der stärkste

Nahe der Pont-l’Abbé liegt der kompakteste Leuchturm der Bretagne, der Phare d’Eckmühl. Er wurde von einer wohlhabenden bretonischen Familie finanziert, deren Namen er trägt, und bietet – wenn man ihn erst einmal erklommen hat – einen unglaublichen Ausblick auf das ganze Bigoudenland. Aufgepasst aber, denn hier oben weht ein starker Wind. Der Leuchtturm, der gebaut wurde, um einige der gefährlichsten Seerouten Frankreichs zu beschützen, ist eines der meist besuchtesten Bauwerke des Finistère.

phare d'Eckmhul, Bretagne, France

Der kleinste

Am Point de la Croix, dem Zipfel der Insel Ile de Groix, ragt ein Leuchtturm ins Meer, der sowohl der kleinste der Bretagne, als auch Frankreichs ist. Gerade einmal 4 Meter hoch leitet er Schiffe zum nord-östlichsten Teil der Insel. Obgleich er der Stolz der Insel ist, kann man ihn nicht besichtigen, da er dazu zu klein ist. Er bietet dennoch einen guten Anlass sich bei einem Spaziergang auf der Insel auf den Umweg zum Point de la Croix zu machen.

Der leckerste

Von allen Leuchttürmen („Phares“), ist es der Far breton, eine regionale Spezialität, der am besten schmeckt. Eng verwandt mit dem französischen Dessert Clafoutis, gibt es diesen auch „farz forn“ genannten Leckerbissen in allen möglichen appetitlichen Varianten. Die bekannteste Version ist die mit Pflaumen. Zutaten sind hauptsächlich Eier, Milch, Mehl und Zucker. Aus diesen Bestandteilen, die einst zu einem günstigen Gericht verhelfen sollten, wurde im Laufe der Zeit eine berühmte regionale Tradition.

Far breton, Bretagne, France
 

Hier noch einmal den Überblick über unsere Top 10 Leuchttürme in der Bretagne:

•     Phare de la Croix (Côtes d'Armor)
•     Phare de Bodic (Côtes d'Armor)
•     Phare de Pontusval (Finistère)
•     Phare d'Ar-Men (Finistère)
•     Phare du cap Fréhel (Côtes d'Armor)
•     Phare de la pointe Saint-Mathieu (Finistère)
•     Phare de l'île vierge (Finistère)
•     Phare d'Eckmühl (Finistère)
•     Feu de la pointe de la Croix (Morbihan)
•     Le far breton (Bretagne)

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Teilen Sie ihn!